Einige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 aller weiterführenden Schulen nehmen jedes Jahr an der Gedenkstättenfahrt nach Krakau in Polen teil.

Sie können im Folgenden den Reisebericht unserer Schülerinnen und Schüler aus dem Jahr 2010 lesen.

 

Als wir nach 15 Stunden Fahrt endlich in unserem Studentenhotel Zaczek angekommen waren,....

 

Wir,

einige Schüler der Realschule Lindlar,

waren vom

11.04.- 17.04.2010

auf der Gedenkstättenfährt

in Polen/ Kraków!

 

12.04.2010

Als wir nach 15 Stunden Fahrt endlich in unserem Studentenhotel Zaczek angekommen waren, sind wir auf den größten, mittelalterlichen Marktplatz in ganz Europa gegangen, haben dort gebummelt, unsere Euros, an einem Kantor (Währungsautomat) in Zloty (polnische Währung) umgetauscht und die Marienkirche, mit der Gedenkstätte des vor kurzem verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski angeschaut.

Danach hatten wir die Möglichkeit die nähere Umgebung zu erkunden. Abends sind wir in die Hoteleigene Mensa gegangen und haben zu Abend gegessen.

13.04.2010

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus zu dem KZ-Hauptlager gefahren, haben dort ein paar Denkmale angeschaut und zwei Dolmetscherinnen haben uns etwas über die Sehenswürdigkeiten und über Krakow erzählt.

Später sind wir in eine jüdische Synagoge und auf einen jüdischen Friedhof gegangen. Nach einem langen Aufenthalt in einem ehemaligen jüdischen Ghetto sind wir in ein großes Einkaufszentrum gegangen, wo wir uns dann zwei Stunden alleine aufhalten durften. Am späten Nachmittag hat uns Gustav, unser sehr geduldiger Busfahrer wieder zu unserem Hotel gefahren. Abends sind wir wieder ins jüdische Ghetto, in ein Restaurant gegangen, haben dort gegessen und einem Ketzlar Konzert zugehört.

14.04.2010

Der dritte und aufregendste Tag fing für uns schon sehrfrüh an, denn wir sind nach Auschwitz und Birkenau, 

in das Arbeits- und Konzentrationslager gefahren. 

Nach einer knappen Stunde fahrt sind wir am ehemaligen Arbeitslager Auschwitz 1 angekommen. Dort wurde uns erst eine Dokumentation mit altem Filmmaterial 

präsentiert und dann ging die eigentliche Führung durch die verschiedenen Blöcke los. 

 

Mit Kopfhörern ausgestattet, ging es zu dem großen und bekannten Eingangstor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei". 

Von dort aus wurden wir in verschieden Blöcke (Block1, Block2, Block3,...), 

die noch heute im Originalzustand sind geführt. In einigen Blöcken konnten wir abgeschnittene Haare, mehr als tausend Paare Schuhe, Brillen, Arm- und Beinprothesen, Koffer, Haushaltsgeräte, Kosmetika und Säuglingskleidung sehen.

 

In einem der vielen Blöcke konnte man sehen, wie spärlich die kleinen Schlafzimmer eingerichtet waren.

Der letzte Block war der schlimmste, denn dort wurde uns das Krematorium, wo die vielen Leichen verbrannt wurden gezeigt.

Nach einer kurzen Fahrt sind wir in Birkenau, dem ehemaligen Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz 2 angekommen.

Schon von weitem konnte man die bekannten Bahngleise, die über zwei oder drei weiter Tage zum Leben und dem direkten Tod entschieden sehen.

In der einen Baracke waren die Betten und in der anderen waren die Toiletten.

Alles dort ist sehr ungemütlich eingerichtet und unhygienisch.

Nachdem wir an den Bahnschienen entlang gegangen sind und einen Güterwaggon, der die Juden nach Auschwitz und Birkenau transportiert hat gesehen haben, kamen wir an der großen Leichengrube und einem Denkmal für die verstorbenen Menschen an.

Dort legten wir Blumen nieder und um die Ereignisse des Tages zu verarbeiten, schwiegen wir ein paar Minuten.

Nach dem Abendessen im Restaurant Dom Polonii hatten wir noch genug Zeit zur freien Verfügung.

 

15.04.2010

Direkt nach dem Frühstück sind wir mit Rücksäcken bepackt zu der großen Wawelburg, wo die Könige begraben sind gelaufen.

Wir haben uns den großen Innenhof der Burg angeschaut und von einer Ecke der Burg aus hatten wir eine super Aussicht über Kraków.

Einige Gruppenfotos später ging es weiter zur Marienkirche auf dem mittelalterlichen Marktplatz. Ein paar Schüler haben sich die Kirche angeschaut.

Die anderen Schüler haben sich auf das Treffen mit dem 93 jährigen Zeitzeugen Wilhelm Brasse vorbereitet. Nachmittags haben wir uns mit Herrn Brasse in einem Saal getroffen und er hat uns von seinem schlimmen Schicksal berichtet.

Der 93 jährige berichtete uns über den grauenvollen Alltag in Auschwitz und Birkenau und über seinen Aufstieg vom elendigen Häftling zum bekannten Fotografen.

Er erzählte uns mit viel Emotionen davon, das er zusehen musste, wie all die anderen Gefangenen grausam misshandelt und hingerichtet wurden.

Zum Schluss erzählte er uns noch etwas über seine Familie und sein jetziges, schöneres Leben.

Wir Schüler finden es bewundernswert, dass sich Herr Brasse noch Heute an alle Details der Geschehen erinnern kann.

16.04.2010

Noch am Abend zuvor haben wir alle unsere Sachen gepackt und direkt nach dem Frühstück ging es um 09:40 Uhr los nach Hause.

Nach mehr als 16 Stunden fahrt und vielen Strapazen wurden wir nachts, gegen 01:30 Uhr herzlich von unseren Eltern und Geschwistern empfangen.

Wir bedanken uns bei den Lehrern für die Organisation der tollen Fahrt.

Text: Michelle S., Maria D., Milena B. und Pia W.

 


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